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Reges Interesse: Firmen informierten sich an Praxiswerkstätten zur Beschäftigung von Flüchtlingen



  • Informierten Firmen der Region darüber, was bei der Beschäftigung von Flüchtlingen zu beachten ist (v.l.): Politologin, Islamwissenschaftlerin und Journalistin Fatima Majsoub, Brigitte Strebel von der Agentur für Arbeit und Cornelia Lüth von der regionalen Wirtschaftsförderung.

    Region. Was sollten Betriebe beachten, wenn sie Flüchtlinge einstellen wollen? Welche Hürden, welche Fördermöglichkeiten gibt es? In Spaichingen und Bad Dürrheim klärten Experten hierzu auf und standen für Fragen bereit.

    Die Praxiswerkstätten, initiiert vom Beirat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg wurden durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem WelcomeCenter Gewinnerregion und stießen bei den Unternehmen der Region auf reges Interesse.

    Nach Begrüßung durch Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher in Spaichingen und Bürgermeister Walter Klumpp in Bad Dürrheim gaben Expertinnen wichtige Tipps:

    Woran man erkennt, ob ein Flüchtling arbeiten darf, und welche Rolle dabei der Asyl-Status spielt, erklärte Brigitte Strebel, Teamleiterin vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen. Sie stellte auch Fördermöglichkeiten vor und wie Unternehmen am besten vorgehen, wenn sie Geflüchtete einstellen möchten.

    Eine Checkliste mit nützlichen Adressen und Ansprechpartnern in der Region stellte Cornelia Lüth, Bereichsleitung Fachkräfte der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg vor: So empfahl sie den Betrieben, zunächst Anforderungen wie Anstellungsart, Dauer, Gehalt und erforderliches Sprachniveau zu klären, sowie ob die Berufsordnung anerkannte ausländische Abschlüsse verlangt. Wer in diesem Prozess und später während der Beschäftigung begleitet und unterstützt, wo Fortbildungen, Sprachkurse oder ausbildungsbegleitende Hilfen angefragt werden können, darauf ging sie in ihrem Vortrag ein.

    Zu finden ist die Checkliste online auf welcome-sbh.de -> „Arbeit“ -> „Geflüchtete Menschen beschäftigen“.

    Die Rolle der Frau in der arabisch-muslimischen Arbeitswelt beleuchtete Politologin, Islamwissenschaftlerin und Journalistin Fatima Majsoub. Dabei wies sie auf mögliche kulturelle Missverständnisse hin. Hierzulande würde beispielsweise das Scheuen von Augenkontakt und Handschlag oft als Ablehnung interpretiert, wo es in anderen Kulturen eher Respekt oder Scham bedeute. Sie riet den Firmen, Umgangsformen und Erwartungen an den neuen Angestellten klar zu formulieren und den Geflüchteten Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen.

    Im Anschluss nutzten die Unternehmen noch das Beratungsangebot an Ständen und mit den Referenten.

    Positiv äußerten sich Firmen der Region: „Eine hochinteressante Veranstaltung! Wir wollten uns hier über Fördermöglichkeiten informieren, kommen nun mit einem ganzen Paket an wichtigen Informationen zurück“, urteilten Vera und Martin Schaible vom Sägewerk Schaible Holzverarbeitung GmbH.

    „Mir wurde durch diese Veranstaltung ein bisschen die Angst genommen. Es ist doch nicht so viel Bürokratie zu bewältigen wie ich gedacht habe […]. Im Handwerk ist die Suche nach Auszubildenden schwierig und die Motivation bei den Flüchtlingen sehr hoch“, so Stephan Bodmer von Klaus Bodmer Sanitär und Heizung in Deißlingen.

    Raimund Rudolf, Hirschbrauerei Hohner GmbH, Wurmlingen sagte: „Wir beschäftigen seit vier Wochen einen Flüchtling und haben hier viele interessante Anregungen erhalten.“

    Das WelcomeCenter Gewinnerregion ist eine Einrichtung der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg und wird unterstützt aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.