Neuhausen ob Eck und Talheim – zwei Gemeinden mit hohem Attraktivitätsfaktor und guter Infrastruktur



  • Unterhielt sich mit regionaler Wirtschaftsförderin Henriette Stanley dazu, welche Kriterien neue Betriebe für Talheims Gewerbegebiet erfüllen sollten: Bürgermeister Andreas Zuhl.

    Neuhausen ob Eck, Talheim, Villingen-Schwenningen.  Was haben beide Gemeinden zu bieten? Wo gibt es Probleme und wo müssen die Weichen für die zukünftige Entwicklung gestellt werden? Henriette Stanley, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg in Villingen-Schwenningen, sprach dazu mit Marina Jung, Bürgermeisterin in Neuhausen ob Eck, und Andreas Zuhl, Bürgermeister in Talheim.

    Neuhausen ob Ecks neue Bürgermeister will Gemeinde gestalten

    „Neuhausen ob Eck steht für mich vor allem dafür: Alles in der Nähe und man kann viel erleben“, so Neuhausens neue Bürgermeisterin Marina Jung. Seit 2020 bekleidet die aus Villingen-Schwenningen stammende junge Frau das Amt. Mit ihrer kommunalpolitischen Erfahrung möchte sie die Kommune vertreten, das Wohl der Gemeinde vorantreiben und Probleme anpacken.

    Neuhausen ob Eck hat viel zu bieten

    Das Southside Festival lockt jährlich rund 60.000 Besucher in die 3.840-Einwohner-Gemeinde. So ist Neuhausen zu einem bekannten Anziehungspunkt geworden. Der Austragungsort des Festivals – das Take-Off Gewerbegebiet – ist ein großzügiges Areal, das flexibel auf Unternehmensentwicklungen reagiert und Firmen von Weltruf neben Existenzgründern Raum gibt.

    Anziehend scheint Neuhausen ob Eck auch für Ärzte zu sein.  Dort herrscht eine überdurchschnittlich gute Ärztedichte, wodurch eine gute Versorgung der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet sei, so Jung.

    Freilichtmuseum sucht neuen Pächter

    Darüber hinaus nennt Neuhausen ob Eck eines von sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg sein Eigen. Allerdings muss hierfür schnellstmöglich ein neuer Pächter gefunden werden, damit die Gemeinde nichts von ihrer Attraktivität einbüßt.

    Herausforderung in der Gastronomie: Nachfolger fehlen

    Herausfordernd sei in Neuhausen generell die Lage in der Gastronomie: Nicht selten würden Betriebe schließen, weil Nachfolger fehlten. Auch zu hohe Pachtverträge und fehlende Ausbildungsmöglichkeiten seien Gründe, dass es zukünftig in einigen Gastronomiebetrieben nicht weitergehe, beschreibt die Bürgermeisterin die Situation.

    Hier bietet Henriette Stanley Unterstützung der Wifög an. Denkbar wäre es, auf Immobilien-Messen auch Hotellerie und Gastronomie anzusprechen und Entwicklungspotenziale der Gemeinde bekanntzumachen.

    Leerstand sei in Neuhausen ebenfalls ein großes Thema, während Zwei-bis Fünf-Zimmerwohnungen eher Mangelware seien. Immerhin lässt sich in Schwandorf auf eine neue Entwicklung blicken: Hier wurde ein Mehrfamilienhaus gebaut, das neuen Wohnraum schaffe.

    Großes Potenzial auch in Talheim

    Mit gerade einmal 32 Jahren hat Andreas Zuhl das Amt des Bürgermeisters in Talheim besetzt und die Nachfolge von Martin Hall angetreten.  Der gebürtige Dürbheimer wohnt mit seiner Familie in Spaichingen und leitete zuletzt das Amt für Kämmerei und Gebäudemanagement im Landratsamt Tuttlingen.

    Jetzt möchte er die Entwicklung der Gemeinde Talheim vorantreiben, die neben einer sehr guten infrastrukturellen Anbindung auch attraktive Gewerbeflächen bereithält.

    Die Autobahn ist nur wenige Kilometer entfernt und Flächen des Gewerbegebietes „Ried-West“ stoßen auf großes Interesse. Bislang sind hier ein Reifenservice, Verpackungsunternehmen, eine Non-Profit-Organisation, Lager- und Vertriebsflächen im Bereich Medizintechnik sowie ein Zimmermannsbetrieb angesiedelt. Derzeit stünden noch 15.000 bis 20.000 qm zur Verfügung. Dabei gilt es, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Gewerbesteuereinnahmen und die regionale Verbundenheit im Blick zu behalten. Da sind sich Zuhl und Stanley einig: „Ansiedlungen müssen in erster Linie diese Kriterien erfüllen.“

    Zum Hintergrund:

    Die Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg sitzt in Villingen-Schwenningen. Hinter ihr stehen 24 Gesellschafter, darunter vor allem Städte und Gemeinden, die drei Landkreise Rottweil, Tuttlingen und der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, die IHK SBH und Handwerkskammer Konstanz. Geschäftsführerin ist Henriette Stanley, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Roth. Die Wirtschaftsförderung vernetzt regionale Unternehmen, bewirbt die Region nach außen, vermarktet Gewerbeflächen und möchte die regionale Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

    Das Welcome Center ist bei der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg und der IHK angesiedelt. Gefördert wird es aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.