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Interview mit Christian Hosbach – Referent Seminar „Souverän im Berufsalltag“



  • Christian Hosbach, AOK

    Christian Hosbach arbeitet im Vertrieb bei der AOK – Die Gesundheitskasse Schwarzwald-Baar-Heuberg. Zweimal im Jahr kommt er zu uns ins Welcome Center Schwarzwald-Baar-Heuberg & Hochrhein-Bodensee nach VS-Villingen. Herr Hosbach ist unser Referent für das Seminar „Souverän durch den deutschen Berufsalltag – Tipps, um Fettnäpfchen zu vermeiden.“

    Wir haben mit ihm gesprochen.

    Herr Hosbach, welche Aufgaben haben Sie bei der AOK – Die Gesundheitskasse Schwarzwald-Baar-Heuberg?

    Ich gewinne neue Kunden für die AOK und betreue und berate sie. Gerade für Mitarbeiter, die gerade erst aus dem Ausland nach Deutschland eingereist sind, sind Informationen zum deutschen Sozialversicherungssystem sehr wichtig. Ich unterstütze auch die Firmen bei der Abwicklung von Neueinstellungen, zum Beispiel von Fachkräften aus dem Ausland, Auszubildenden, Werkstudenten usw.

    Zu Beginn des Jahres bietet die AOK beispielsweise einen „Berufsstarterservice“ an. Dabei unterstützen wir zukünftige Berufseinsteiger bei Fragen zu Bewerbermappe, Vorstellungsgesprächen und Einstellungstests. Kostenfreie Seminare zu diesen Themen bieten wir auch in Schulen an, um die jungen Nachwuchskräfte optimal auf das Berufsauswahlverfahren und den Berufsalltag vorzubereiten.

    Um was geht es in dem Seminar, das Sie im Welcome Center Schwarzwald-Baar-Heuberg anbieten?

    Wichtig für den Erfolg im Beruf oder in der Ausbildung ist, dass man die Regeln der Arbeitswelt hier beherrscht und anwendet. Nur so vermeidet man „Fettnäpfchen“.

    In meinem Seminar „Souverän durch den deutschen Berufsalltag“ gebe ich ausländischen Fachkräften einen kleinen Einblick in die deutsche Berufswelt, beispielsweise was in Deutschland typisch ist für den Umgang mit Arbeitskollegen, Mitarbeitern oder dem Chef.

    Höflichkeit, Pünktlichkeit und Verbindlichkeit sind wichtige Themen nicht nur im Berufsalltag, sondern auch im Umgang mit Freunden und Bekannten.

    Was ist für den deutschen Berufsalltag charakteristisch?

    Es wird viel Wert auf Eigeninitiative gelegt. Von den Beschäftigten wird in besonders hohem Maße erwartet, Verantwortung für die Qualität der Produkte zu übernehmen. Und es gilt beim Umgang mit der Hierarchie bestimmte Regeln zu beachten, ebenso beim Umgang mit Kollegen. Wer anderen mit Respekt begegnet und im Zweifel die eigenen Unsicherheiten anspricht, ist eigentlich immer auf der richtigen Seite. Außerdem steht bei den Unternehmen natürlich der Kunde im Mittelpunkt. Was das alles für den Alltag bedeutet, lernen die Teilnehmer bei mir.

    Auf was sollte ein neuer Kollege aus einem anderen Land besonders achten?

    Zunächst einmal: stellen Sie sich richtig vor. Manchmal verzichten Berufsanfänger darauf, sich den Anderen vorzustellen. Eigenschaften wie Höflichkeit, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen, damit der Einstieg in ein Unternehmen gelingt. Deshalb ist es ratsam sich bei den einzelnen Mitarbeitern im Team oder der Abteilung persönlich vorzustellen. Gehen Sie aber nicht mit offenen Armen auf den Anderen zu, sondern warten Sie, ob dieser Ihnen die Hand geben möchte oder nicht.

    Gibt es klassische „Fettnäpfchen“? Welche?

    Oh ja, da gibt es einige. Zum Vorgesetzten freundlich zu sein: Das beherrschen fast alle. Doch viele Berufseinsteiger vergessen, auch alle anderen Mitarbeiter genauso zu behandeln. Wer zum Beispiel die Sekretärin oder den Hausmeister ignoriert, wird von ihr/ihm kaum die Unterstützung erhalten, die er vielleicht braucht. Zu Freundlichkeit und Höflichkeit gehört es, alle zu grüßen und auch mal die Tür aufzuhalten.

    Auch Smalltalk zu machen und sich nach dem Befinden erkundigen können nicht unwesentliche Kompetenzen sein. Vor allem bei letzterem gibt es große kulturelle Unterschiede. Die Frage „Wie geht’s dir?“ wird im Deutschen eher wörtlich genommen als in vielen anderen Ländern, wo es eher ein Willkommensgruß ist. Das sollte man berücksichtigen, damit es nicht schnell peinlich für einen selbst oder das Gegenüber wird. 

    Welche Fragen interessieren die Teilnehmer Ihres Seminars am meisten?

    Das Seminar lebt von den Beiträgen und den Erfahrungen jedes Einzelnen. Je nachdem welche Erfahrungen die Teilnehmer schon gemacht haben, gehen natürlich auch die Fragen immer in eine andere Richtung. Das reicht vom Umgang mit dem gemeinsamen Feierabendbier bis zur richtigen Kundenansprache. Das macht es auch für mich jedes Mal wieder spannend.

    Oft kommen dabei Fragen auf, die sehr vielschichtig sind. Beispielsweise wenn Teilnehmer fragen, wie sie einen besseren Kontakt zu den anderen Mitarbeitern bekommen können oder wie sie mit der sozialen Rangordnung am Arbeitsplatz umgehen sollen.

    Wir finden immer gemeinsam mit den anderen Seminarteilnehmer Lösungsansätze für die verschiedensten Probleme. Und das macht jedes Seminar so einzigartig und interessant.

    Herr Hosbach, vielen Dank für das Gespräch!

    Das nächste Seminar mit Herrn Hosbach findet am 24. Juni im Welcome Center Schwarzwald-Baar-Heuberg, Albert-Schweitzer-Str. 18, VS-Villingen statt. Eine Anmeldung ist unbedingt notwendig, da wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen haben.

    Informationen zur Anmeldung finden Sie hier www.welcome-sbh.de/seminare

    Ihre Ansprechpartnerin: Gohar Grigoryan, 07721 697 325-7, welcome@wifoeg-sbh.de